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TRGS 910-34. 1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin)
(BArbBl. 11/83 S. 35)
Krebserzeugender |
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I (sehr stark gefährdend) |
II (stark gefährdend) |
III (gefährdend) |
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Massengehalte im Gefahrstoff in v. H. |
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1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin) | > 1 |
Begründung
Trotz hoher Dosen erwies sich 1 -Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin) im empfindlichen Test der epikutanen Applikation an der Mäusehaut ebensowenig als kanzerogen wie nach intraperitonealer Injektion. Im besonders empfindlichen Test der subkutanen Applikation zeigte sich bei der Maus nach Gabe hoher Dosen ( 30 mg/kg/Woche) eine lokal kanzerogene Wirkung (7 Tumoren unter 50 Tieren).
Ein Inhalationsversuch an Ratten ergab folgendes Resultat 1):
100 ppm 30 x 6 Std/Tag: | 15/140 Ratten mit bösartigen Nasenhöhlentumoren |
30 ppm 6 Std./Tag, 5 x/Woche über die Lebenszeit: | 1/100 Ratten mit bösartigen Nasenhöhlentumoren |
10 ppm 6 Std./Tag, 5 x/Woche über die Lebenszeit: |
0/100 Ratten mit bösartigen Nasenhöhlentumoren |
Bei sehr hohen subtoxischen bis toxischen Konzentrationen (100 ppm entspr. 3 000 ppm-Tage) mit starker lokaler Reizwirkung entwickelten sich demnach bei rund 10 % der Ratten Tumore der Nasenhöhle, welche nach aller Erfahrung wegen der spezifischen Resorptionsverhältnisse in der Nager-Nasenhöhle kritisch bewertet werden müssen.
Etwa ein Drittel der Konzentration (30 ppm) erzeugt keine nachweisbare Reizung der Nasenhöhle mehr und - trotz einer bei längeren Expositionszeiten sehr viel höheren Gesamtdosis (8700 ppm-Tage) - nur noch bei 1 % der eingesetzten Ratten Nasenhöhlentumoren.
Eine weitere Herabsetzung der Konzentration auf ein Zehntel (10 ppm) führte zu keinem substanzbedingten Tumor mehr, obwohl - wegen der sehr viel längeren Expositionszeiten - die Gesamtdosis fast ebenso hoch war (2500 ppm-Tage) wie bei der hohen Konzentration (3000 ppm-Tage).
Aufgrund der vorliegenden Befunde wurde 1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin) in die Gruppe der gefährdenden krebserzeugenden Arbeitsstoffe eingestuft (Gruppe III), und zwar in der Konzentration> 1 %.
Fußnote
1) Laskon, S. et al.; J. Natl. Cancer Inst. 65, S. 751 - 757, 1980.
Literatur
IARC Monographs Bs. 11, S. 131-139, 1976
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(Stand: 20.08.2018)
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