Für einen individuellen Ausdruck passen Sie bitte die
Einstellungen in der Druckvorschau Ihres Browsers an.
Regelwerk

DGUV Information 209-077 / BGI/GUV-I 7006-1 - Schweißrauche - geeignete Lüftungsmaßnahmen
Gesund und fit im Kleinbetrieb - Saubere Luft beim Schweißen - Geht das?

(Ausgabe 09/2010; 10/2018)



Archiv: 09/2010


Vorbemerkung

Diese Broschüre soll Ihnen kurze, praxisnahe und verständliche Antworten auf Fragen geben, die im Zusammenhang mit Schweißarbeiten und den entstehenden Schweiß- rauchen häufig gestellt werden.

Ist Schweißrauch wirklich gesundheitsgefährdend?

Ja, Schweißrauch ist gesundheitsgefährdend, weil er

Abb. 1 Aufsteigender Schweißrauch ohne Absaugung


Sind Schweißrauche vermeidbar?

Ja, aber nur, wenn ein anderes Verfahren eingesetzt werden kann, z.B. Schrauben, Nieten, Clinchen, Kleben.

Wie werden Schweißrauche reduziert?

Durch Schweißverfahren mit geringerer Schweißrauchmenge:

Schweißverfahren Schweißrauchmenge
WIG-, UP-Schweißen Gering
Laserschweißen, energiearmes MAG-/MIG-, Gas-Schweißen Mittel
MIG-, MAG-, E-Handschweißen (umhüllte Stabelektroden) Hoch
Fülldrahtschweißen Sehr hoch


Eine optimale Einstellung der Schweißparameter reduziert die Schweißrauchmenge! Saubere, unbeschichtete Oberflächen schweißen, Schutzschichten wie Lack, Verzinkung, Korrosionsschutzöl entfernen.

Müssen Schweißrauche durch technische Maßnahmen aus dem Atembereich entfernt werden?

Ja. Dies kann erfolgen durch:

Abb. 2 + 3 Brennerintegrierte Absaugung

Abb. 4 Absaugarm mit Erfassungselement Abb. 5 Schutzschildabsaugung

Abb. 6 Schweißtisch mit Erfassung in der Rückwand



Abb. 7 Schweißerei mit Schichtlüftung

Abb. 8 Schweißrauchabsaugung plus Schweißerschutzhaube mit Frischluftversorgung (persönliche Schutzausrüstung)

Welche Maßnahme ist am wirkungsvollsten?

Am wirkungsvollsten ist die Absaugung der Schweißrauche an der Entstehungsstelle.

Die Erfassung ist nie vollständig; daher können weitere Maßnahmen notwendig sein.

Am wenigsten wirksam ist die Raumlüftung (technisch aufwändig und teuer). Sie kann aber die Erfassung an der Entstehungsstelle ergänzen.

Rechenbeispiel aus der Praxis:

In einer Halle mit einer Grundfläche von 25 m x 40 m und einer Höhe von 6 m befinden sich 5 Schweißarbeitsplätze. Eine technische Hallenlüftung müsste auf mindestens 30.000 m3/h ausgelegt werden (5-facher Luftwechsel). Die Schweißer und Schweißerinnen wären durch diese Hallenlüftung allein nicht ausreichend geschützt.

Werden hingegen die 5 Schweißarbeitsplätze mit einer zentralen Absauganlage wie in Bild 9 ausgestattet, ist für die Absaugung in der Nähe der Entstehungsstelle ein Volumenstrom von nur 6000 m3/h notwendig. Bei richtiger Anwendung durch die schweißenden Personen (Nachführen von Hand über die Entstehungsstelle) werden die Arbeitsplatzgrenzwerte meist eingehalten. Bei der Absaugung an der Entstehungsstelle muss gegenüber einer Hallenlüftung nur ein Fuenftel der Luftmenge abgesaugt werden, was energetisch und finanziell von Vorteil ist.

Abb. 9 5-fach Schweißrauchabsaugung


Welche Maßnahme ist für welche Anwendungen geeignet?

umwelt-online - Demo-Version


(Stand: 30.12.2018)

Alle vollständigen Texte in der aktuellen Fassung im Jahresabonnement
Nutzungsgebühr: 90.- € netto (Grundlizenz)

(derzeit ca. 7200 Titel s.Übersicht - keine Unterteilung in Fachbereiche)

Preise & Bestellung

Die Zugangskennung wird kurzfristig übermittelt

? Fragen ?
Abonnentenzugang/Volltextversion